Wir über uns Wir über uns

1990: Die Welt ändert sich

Durch die Welt östlich des Eisernen Vorhangs war der Wind der sanften Revolutionen gegangen und hatte die alten Regime davongefegt. Die Sowjetunion, bis dahin eiserner Wächter der reinen Lehre des Sozialismus und Kommunismus, hatte sich aufgelöst. Litauen, Lettland und Estland hatten nach 50 Jahren Besetzung und Verfremdung ihre nationale Souveränität zurückerobert und alle anderen Länder des ehemaligen Ostblocks und auch Rußland bekannten sich zu den Werten der Demokratie. Doch mit den alten Machtstrukturen waren auch die sozialen Sicherungssysteme vielfach zusammengebrochen. Gerade in Rußland litten die ärmeren Schichten der Bevölkerung unter diesen Auswirkungen. Dort herrschte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion große Not. Die Schauspieler Ostberlins hatten darum zu Weihnachten im kalten Winter 1990 Pakete für Ihre Moskauer Kollegen und deren Familien gepackt und mit einem Transport nach Moskau geschickt. Doch die Moskauer Schauspieler wiederum bekamen soviel Zuwendung und wussten auf der anderen Seite von viel ärgerer Not, als sie sie erleben mussten, so dass sie die Pakete weitergaben. Das Paket von Rolf Römer und Annekatrin Bürger, einem in Ostdeutschland sehr bekannten und beliebten Schauspielerehepaar, kam zur Familie Sorokin nach Rostov am Don und langjährige Freundschaft, Sammlungen und Hilfslieferungen begannen (Die Sorokins).

2003: Vitanostra e.V.
Unser Vorsitzender Rolf Römer, Schauspieler, Regisseur und nimmermüder Aktionist für die Kinder vom Don verstarb nach einem tragischen Unfall. Sein Freund Henning Stoerk übernahm den Vorsitz. Als Geschäftsführer einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung kannte er die Probleme von Menschen mit geistigen, psychischen und sozialen Behinderungen und schlug vor, die Tätigkeit des Vereins zu erweitern und auch für Menschen im unmittelbaren Umfeld tätig zu werden. Viele neue Mitglieder wurden geworben und es wurde ein Programm für langzeitarbeitslose Sozialhilfeempfänger aufgelegt.
Durch gemeinsame Arbeit, Schulungen, psychologische Betreuung und gemeinsame Projekte entstand für die Maßnahmeteilnehmer ein neues Selbstbewusstsein und für einige von ihnen öffnete sich der Weg in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis.
Gemeinsam mit der Wünsdorfer Werkstatt gGmbH und der Kindeinrichtung Zesch am See wurde die Museumsherberge Glashütte gGmbH gegründet, die als Urlaubsstätte für Familien und Jugendgruppen mit behinderten Angehörigen im Museumsdorf Glashütte arbeitet und selbst Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze anbietet (www.museumsherberge.de).

Durch die Gründung der ARGE's (Arbeitsgemeinschaften zwischen den Sozial- und Arbeitsämtern) und der Schaffung der sogenannten 1-€-Jobs fiel die Förderung solcher privater Initiativen, wie sie unser Verein angeboten hat, weg. Inzwischen hat sich unsere Museumsherberge Glashütte aber weiterentwickelt und ist zu einer Stätte der Begegnung behinderter Menschen aus der ganzen Europäischen Union geworden. Für viele, ja die meisten Teilnehmer an internationalen Workshops wie z.B. unser treffen "Turmbau zu Babel" im November 2007 ist ein derartiges, von der Europäischen Union gefördertes seminaristisches Meeting eine wirkliche Offenbarung, denn weder hätten die beteiligten Menschen das Geld, noch die Möglichkeiten, eine derartige Reise zu unternehmen und an Schulungen zu europäischem Behindertenrecht teilzunehmen.

So unterstützen wir heute die Bildung von Selbsthilfevereinen in Polen, Rumänien, Ungarn und Slowenien, aber auch in Spanien und Portugal, wo das Behindertenrecht noch in den Kinderschuhen steckt.

Im Jahre 2008
ist unser Verein ist darum zu einem Förderverein geworden, der aus den Mitteln, die durch die Mitglieder und Sponsoren aufgebracht werden, auf Antrag einzelnen Projekten, Vereinen oder Personen Förderung zukommen lässt. Der Verein erhält darüber eine genaue Abrechnung, Berichte und Fotos. Daraus entstehen vierteljährlich ein Newsletter für die Mitglieder und Sponsoren, die die Mittelverwendung so erkennen können. Außerdem werden die Projekte auf der Internetsite veröffentlicht. Die Jahresbilanz wird von den von der Jahreshauptversammlung gewählten Revisoren geprüft und allen Mitgliedern zugestellt. Die Spendenmittel gehen zu100% in die Projekte. Unvermeidliche Kosten wie Steuerberater etc. gehen zu Lasten der Beiträge. Alle Funktionen im Vorstand sind ehrenamtlich. Die Büroräume und Technik werden von einem Vereinsmitglied unentgeltlich gestellt.

 

 

 

 


Vitanostra e.V. * Stellingdamm 15 * 12555 Berlin